
Motorradreise nach Mallorca

Kurz vor den Sommerferien erhielt ich von Freunden zum zweiten Mal die Einladung, sie auf der spanischen Ferieninsel Mallorca zu besuchen.
Um auf der Insel mobil zu sein, packte ich meine Sachen aufs
Motorrad
und machte mich auf den ca. 1500 km weiten Weg um von Stuttgart über Straßburg nach Barcelona zu fahren.
Ich fuhr, fuhr und fuhr und erreichte am zweiten Tag schließlich in den Pyrenäen die spanische Grenze und um Mitternacht den Stau in Richtung Barcelona.
Als ich endlich in Barcelona ankam und den Hafen gefunden hatte zu dem einem die Statue von Kolumbus den Weg weist,
erfuhr ich daß, die langsame Fähre, die von Barcelona täglich um 23°° Uhr nach Palma de Mallorca fährt, gerade abgelegt hatte.
Diese Fähre wiegt angeblich 25.000 Tonnen, hat 40.000 PS, faßt ca. 100 LKW + viele PKW, und verbraucht auf der 180 km und 7 Stunden langen Fahrt bis zu 30 Tonnen Diesel.
Am nächsten Morgen kaufte ich ein Hin- und Rückfahrticket für mich und meine Kawasaki EL 250.
Danach fuhr ich mit der Maschine an den Strand, Frühstückte, und ging schwimmen bis mir die Garda Civile um ca. 10°° Uhr klar machte, daß Motorräder am Strand verboten sind.
Um mein Gepäck nicht unbeaufsichtigt zu lassen, verließ ich den Strand und versuchte mein Glück einige Kilometer weiter erneut, bis ich auch dort aufgefordert wurde mein Motorrad zu entfernen, da mir als Falschparker sonst eine Parkkralle droht.
Den Nachmittag verbrachte ich damit Barcelona zu besichtigen.
Später erhielt ich mir meine Boarding-Card und brachte mein Motorrad zum Fährparkplatz wo ich weitere Motorradfahrer aus Deutschland und Italien kennen lernte.
Nachdem sämtliche LKW verladen waren, wurden unsere Tickets geprüft bevor wir Motorradfahrer und anschließend die PKW die teilweise mit Bootsanhängern unterwegs waren, den LKW über die Rampe in die Fähre folgen durften.
Nachdem wir unsere Maschinen im Laderaum verzurrt hatten, entschied ich mich zum Glück dafür, neben meinen Papieren, meinen Tickets, meiner Kamera und Geld auch noch meine Jacke aus der Hitze in die kalten, klimatisierten Personendecks der Fähre mit zu nehmen, bevor der Laderaum für die Dauer der Überfahrt verschlossen wurde.
An Bord sah ich mich erst einmal gründlich um. Im unteren Personendeck gab es an lagen Gängen viele Kabinen.
Darüber befanden sich ein kleiner Supermarkt mit Souvenirs und Lebensmitteln, der jedoch hauptsächlich geschlossen war.
Auf dem obersten Deck befanden sich Liegen und ein gut besuchter aber daher auch stark nach Chlor riechender Pool.
Darunter befanden sich verschiedene Restaurants, eine Bar und ein Kino mit Filmen in spanischer Sprache.
Für die Passagiere die keine Kabine gebucht hatten, gab es schlecht belüftete Räume voll mit nicht zum schlafen geeigneter Sitze.
Nach ca. 180 km fahrt erreichten wir gegen 7°° Uhr den Hafen von Palma de Mallorca.
Nachdem wir pünktlich angelegt und die Fähre verlassen hatten, fuhr ich 45 km westwärts nach Sant Elm
und kam pünktlich zum Frühstück bei meinen Freunden mit abgefahrenem Hinterreifen und viel guter Laune an.
Die Ortschaft Sant Elm liegt an der westlichsten Spitze von Mallorca, ca. 7 km von Andratx entfernt, wo es den nächsten Supermarkt gibt.
Sant Elm besitzt neben seinen schönen, felsigen Buchten (in der oben abgebildeten Bucht soll eventuell ein Hafen gebaut werden)
in denen man wunderbar schwimmen, schnorcheln und angeln kann auch einen kleinen Sandstrand
so wie unzählige Hotels, Ferienhäuser, Bars, Restaurants so wie einen Hafen mit Liegeplätzen für Sportboote.
Außerdem gibt es rund um Sant Elm schöne Wanderwege mit Blick aufs Meer zu einem alten Wachturm oder einem Kloster.
Vor Sant Elm gibt es neben einem kleinen Island auch eine große, naturgeschützte Insel zu der man mit einer Fähre gelangen kann um dort zu wandern.
Die Insel verdankt ihren Namen Sa Dragonera den vielen Eidechsen die auf ihr leben. Zu beiden Inseln schwamm ich einige Tage später hinüber.
Wer allerdings keine steil abfallende Felstenküste liebt sondern eher auf große Hotels und Strandkörbe steht, der ist in Paguera an der Südküste von Mallorca besser aufgehoben.
Wer Mallorca mit dem Motorrad oder einem PKW erkunden möchte, dem sei unter Anderem die kurvenreiche Panoramastraße an der Steilküste empfohlen, die von Antratx über Deia nach Port de Solleir führt.
Dabei ist jedoch zu beachten, daß der Asphalt in Spanien besonders innerhalb der vielen Kreisverkehre die die lästigen Ampeln ersetzen, teilweise extrem glatt gescheuert oder sandig sein kann.
Übrigens ist wildes Zelten auf Privatgrundstücken mit Einwilligung des Eigentümers erlaubt- und wird 50 m vom Strand entfernt auch auf öffentlichem Gelände geduldet.
(Quelle: Dumont Reise-Taschenbuch 2073 Mallorca S247 ISBN 3-7701-3166-5 www.dumontverlag.de)
Auf meiner Rückreise fuhr ich durch die Schweiz und nahm mir etwas mehr Zeit als bei der Hinfahrt, um die Reise zu genießen.
Am dritten Rückreisetag fuhr ich am kalten Genfer See vorbei nach Meiringen. Da der Lungernsee zu kalt war zum Schwimmen, fuhr ich über den Brünignpass nach Wasserwendi um dort zu zelten und nach Bidmi und Planplatten zu wandern.


























