
Ein Abendheuer: Hochwasser in der Schweiz

Eigentlich wollten meine Freundin und ich im Sommer in der Schweiz zelten. Kaum waren wir jedoch mit der voll beladenen Transalp
in die Schweiz eingereist und hatten den Rheinfall bei Schaffhausen besichtigt, fing es an stark zu regnen, so daß wir bei unserer Ankunft in Wasserwendi im Kanton Obwalden trotz "wasserdichter" Bekleidung völlig durchnäßt waren.
Da die Wetterprognose für die nächsten Tagen ebenfalls Regen versprach, verzichteten wir aufs Zelten und mieteten statt dessen ein Zimmer.
Einige Tage später wurde das Wetter etwas besser, so daß wir zwischen kurzen Regenschauern nach Planplatten wandern und mit der Seilbahn fahren konnten.
Auch konnten wir auf den Grimselpass fahren, und von dort aus zu einem nahe gelegenen Gletscher wandern,
oder im für diese Jahreszeit viel zu kalten See von Lungern schwimmen. Die Tage darauf wurde das Wetter immer schlechter. Es hörte praktisch gar nicht mehr auf zu regnen.
Viele Autobahnen und wichtige Passstraßen wurden wegen Überflutung oder wegen Erdrutschgefahr gesperrt.
Viele Seen wie auch der Sarner See stieg über die Ufer und umspühlte Häuser, Schnellstraßen und Bahngleise.
Viele kleine Bäche wurden zu reißenden Flüssen, und machten Bergstraßen unpassierbar oder spülten sie komplett weg.
In der nahe gelegenen Stadt Meiringen brach ein Damm an zwei Stellen. Die darauf verlaufenden Bahngleise wurden dadurch zerstört.
Außerdem wurden viele Autos und die Keller vieler Häuser durch Schlamm und Treibgut geflutet und beschädigt.
Wasserfontänen hoben Gullideckel an, und es roch stark nach ausgelaufenen Fäkalien und nach Heizöl. An vielen Stellen viel die Stromversorgung aus. So auch bei uns.
Erst einige Tage später gelang uns die Heimreise über Sörenberg, Aarau und Brugg nach Deutschland,
da der Grimselpass, der Sustenpass und die meisten Brücken und Straßen im überfluteten Luzern und in Interlaken geperrt waren.
Dabei war das Wasser auf den Straßen selber weniger das Problem als die Tatsache, daß man die neben den überfluteten Straßen verlaufenden, bis zu zwei Meter tiefen Wassergräben nicht mehr erkennen konnte (siehe das unterste Bild im Vollbildmodus und scrolle nach rechts).














